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Kirche Willmersdorf

Kirche vor dem Brand Kirche heute

 

Unsere Kirche wurde im 14. Jahrhundert zum ersten mal urkundlich erwähnt. Ein Teil der Außenmauern des Chores sollen aus dem 13. Jahrhundert stammen. Die Dorfkirchen waren alle Wehrkirchen mit schmalen Treppen erst nach oben und dann zum Kirchenschiff nach unten, und schmalen lichtdurchlässigen Fensterschlitzen. Die türkisblau gefasste Fensternische über den Eingang zur jetzigen Friedhofskapelle ist ursprünglich ein solcher Fensterschlitz. Diese Kirchen ließen sich leicht verteidigen.

 

Die Glocken wurden geläutet, wenn feindliche Haufen gesichtet wurden. Die Bewohner des Dorfes zogen sich in die Kirche zurück, um die Angriffe dort abzuwehren.

 

Unsere Kirche gehört zu den ältesten Sakralbauten des Landes Brandenburg. Sie wurde zwischen 1225 und 1250 aus Granitquadersteinen errichtet. Im Jahr 1317 heißt unser Willmersdorf Wilemstrope und ist ein Dorf mit einer Anzahl von Hufen (Ackerland) Es wird in Verbindung mit dem Benediktinernonnenkloster in Spandau genannt.

 

1459 hieß Willmersdorf Wilmestrop. Seit 26 Jahren war das Pfarrhaus verfallen. Ebenso das Küsterhaus. Der Pfarrer und Küster wohnten in Weesow, obwohl in der Gemeinde Willmersdorf die Mutterkirche stand und Weesow nur die Tochterkiche besaß. Nach dem Bau eines neuen Pfarrhauses wohnte der Pfarrer aber nur für zwei Jahr im Dorf und ging dann wieder nach Weesow zurück. Das Verhältnis der Kirchen kehrte sich nun um. Weesow wurde Mutterkirche, Willmersdorft Tochterkiche, bis ins 18. Jahrhundert hinein.

 

Am 20. August 1897 um fünf Uhr nachmittags brannte der Kirchturm der Willmersdorfer Kirche. Der ganze Bau war in Gefahr, denn der Turm ragte damals im Gegensatz zu heute aus dem Dach des Kirchenschiffes heraus und hatte einen Holzaufbau aus dem Jahr 1706. Es wird berichtet, dass es besonders der Umsicht der

 

Willmersdorfer zu verdanken war, dass der Brand im Wesentlichen auf den Turm beschränkt blieb und nicht auch auf das ganze Kirchenschiff übergriff. Der Schaden war aber trotzdem noch groß genug. Die Turmuhr und die Glocken waren stark beschädigt. Der Turm war so kaputt, dass man an einen Neubau ging. Dazu wurden die Feldsteinmauern des Kirchenschiffs in der Länge und Breite des heutigen Turmes bis fast bis zum First des Kirchendaches hochgezogen. Darauf setzte man einen zweiten Abschnitt mit hart gebrannten großformatigen roten Mauersteinen. Er beherbergt den Glockenstuhl für drei Glocken und trägt die hoch aufragende Doppelspitze. Bei einem Berliner Uhrmacher wurde eine neue Turmuhr mit vier Zifferblättern in Auftrag gegeben und die Glockengießerei in Apolda goss drei neue Glocken aus Bronze. Allerdings vergingen keine zwanzig Jahre bis die Kirchengemeinde die zwei großen Glocken während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) wegen des allgemeinen Rohstoffmangels im Lande wieder zur Einschmelze gab. Sie wurden im Jahr 1929 durch Stahlgussglocken ersetzt. Die festliche Glockenweihe fand am 31. März um ½ 3 Uhr unter großer Anteilnahme des ganzen Dorfes statt. Die dritte und kleinste Glocke ereilte im Zweiten Weltkrieg (1939-1945) das Schicksal der beiden Großen. Sie wurde aber bisher nicht wie diese neu gegossen.

 

Der Brand von 1897 war Anlass zu einer grundlegenden Umgestaltung der Kirche. Der Kanzelaltar wurde auseinander genommen. Die Kanzel erhielt einen Ort an der Nordseite des Chores. Der Altar bekam einen neuen Aufsatz. Die Emporen an der Süd und an der Nordwand nahm man heraus, die darunter befindlichen Fenster wurden geschlossen. Den Haupteingang an der Südseite mauerte man zu und verlegte ihn in den Turm. Die Sakristei verlor ihre bisherige Funktion. Sie wurde zur Leichenhalle erweitert. Heute dient sie zur Aufbahrung der Särge von Verstorbenen am Beerdigungstag.

 

Vorsitzender des Willmersdorfer Kirchengemeinderat ist Horst Gröbler.